Pfandkredit

Pfandkredit

Der Pfandkredit stellt die älteste Form eines Darlehens dar. Angeboten wird der Pfandkredit von Pfandleihern und Pfandleihhäuser, die auch historisch gesehen eine sehr große Rolle bei der Entwicklung des heutigen Bankwesens darstellen. Sie waren die erste Form einer Bank, aus der sich alle anderen Bankarten entwickelt haben. Der hauptsächliche Unterschied zu anderen Kreditarten liegt darin, dass der Darlehensnehmer kein Schuldverhältnis wie bei einem Kredit eingeht. Durch die Hinterlegung eines wertvollen Gegenstandes erhält er den Pfandkredit. Es ist ihm dann selber überlassen, ob er seinen Gegenstand durch Rückzahlung des Kreditbetrages zuzüglich Zinsen und Gebühren wieder auslöst oder ob er auf diese Möglichkeit verzichtet. Verzichtet der Kreditnehmer auf die Auslösung des Gegenstandes, wird dieser zum Festpreis verkauft, insbesondere bei privaten Pfandleihern ist diese Methode gängig oder wechselt in einer Auktion zum höchsten Gebot den Besitzer. Grundsätzlich wird eine Vertragsdauer von drei Monaten vereinbart, diese Zeitspanne lässt sich allerdings unbegrenzt häufig wieder um drei Monate verlängern, sofern der Kreditnehmer die bis dahin entstandenen Zinsen und Gebühren begleicht.Die Vergabe des Pfandkredites verläuft im Gegensatz zu allen anderen Kreditarten sehr unbürokratisch und schnell. Außerdem erhalten auch Personen mit einer schlechten Schufa, im Gegensatz zu allen anderen Krediten, die Möglichkeit, auf diese Art und Weise an Geld zu kommen, sofern sie einen wertvollen Gegenstand besitzen. Daher haben die Pfandleihhäuser in der letzten Zeit immer mehr Kundenzulauf, weil es für die Kreditnehmer oft die letzte Möglichkeit darstellt, ihren Unterhalt zu bewältigen. Zu den Kreditnehmern gehören am häufigsten Arbeitslosengeld- und Sozialhilfeempfänger, aber auch Selbstständige mit kurzfristigen Zahlungsproblemen, die ihren Mercedes hinterlegen, um Zahlungsverzögerungen ihrer Kunden abzufangen. Ein Nachteil des Pfandkredites ist der geringe Auszahlungsbetrag im Vergleich zum Gegenstandswert. Der Pfandleiher oder die Angestellten des Pfandleihhauses bewerten den Gegenstand nach Katalogen und aktuellen Preistabellen und zahlen 30% bis maximal 50% des Wertes, je nach Art des Gegenstandes, an den Kreditnehmer aus. Weiterer Nachteil des Pfandkredites sind die hohen Gebühren und Zinsen, die der Kreditnehmer tragen muss. Gängig ist hier ein Zinssatz von über drei Prozent im Monat. Insgesamt kommt es so leicht zu einer Belastung von über vier Prozent monatlich. Die Zinsen und Gebühren werden tagesgenau abgerechnet.